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Der Steinkauz - Merkmale - Lebensraum - Nahrung - Nest - Fortpflanzung und Brutverhalten - Gefährdung - Lösungsansätze - Literatur
 
Quelle: Schwegler
Der Steinkauz
Schon im Altertum beliebt
Der Steinkauz kam früher im Mittelmeerraum häufig vor. Er war das Wappentier Athens und der Lieblingsvogel der Göttin Athene, der Göttin der Weisheit. Ihr verdankt der Steinkauz seinen wissenschaftlichen Namen "Athene noctua".
 

  Merkmale
Klein und unauffällig
Steinkäuze gehören zu den kleinsten heimischen Eulen (Käuze). Ihre Oberseite ist dunkelbraun hell gefleckt und gebändert. Ihre Unterseite ist hell, dunkelbraun gestreift. Die Augenfarbe ist gelb. Zudem sind die tief liegenden, hellen Überaugstreifen kennzeichnend. Ihr Flug ist niedrig, schnell und wellenförmig. Die Größe beträgt etwa 22cm bei einer Flügelspannweite von 55 - 61cm. Das Gewicht eines ausgewachsenen Männchens liegt bei 150 - 200g, das des Weibchens bei 170 - 230g. Der Steinkauz ist häufig auch am Tage zu beobachten. Er benutzt gerne Zaunpfähle und Masten als Warte.
 

  Lebensraum
Obsthöfe bevorzugt
Er ist ein Bewohner der "offenen" Landschaft. In unserer in der Regel reich strukturierten kleinbäuerlichen Kulturlandschaft besiedelt er Streuobstwiesen mit altem Baumbestand und umliegendem weitläufigen Dauergrünland, offene Grünlandflächen als extensiv genutzte Wiesen und Weiden mit eingestreuten alten Kopfbäumen. Er meidet geschlossene Waldgebiete völlig.
 

  Nahrung
Vielseitig
Ihre Nahrung besteht zur Hauptsache aus Großinsekten und Kleinsäugern (Feldmäuse). Zur Jungenaufzucht finden häufig Insekten wie Käfer und Heuschrecken sowie Regenwürmer Anwendung. Nur bei Nahrungsmangel erbeuten die Steinkäuze kleinere Singvögel.
 

 
Quelle: Schwegler
Nest
Zur Not auch Nisthilfen
In natürlichen Höhlen in alten Obstbäumen oder alten Kopfweiden, an Felsen und Gebäuden bezieht der Steinkauz seine Wohnstube. Bei Mangel an natürlichen Bruthöhlen werden gerne künstliche Nisthilfen angenommen.
 

  Fortpflanzung und Brutverhalten
Schon früh aus der Kinderstube
Der Steinkauz ist sehr ortstreu, das heißt, ein Steinkauzpaar bleibt seinem Revier ein Leben lang treu. Etwa ab Mitte April legt das Weibchen 3 - 5 rundliche, weiße Eier. Nach der Brutdauer von etwa einem Monat schlüpfen die Jungen. Bereits nach etwa 5 - 6 Wochen verlassen die Jungen, noch flugunfähig den Brutraum und klettern im Brutbaum umher (Ästlinge), wo sie von ihren Eltern weiter gefüttert werden bis sie endgültig flugfähig sind.
 

  Gefährdung
Moderne Landwirtschaft kostet ihn sein Zuhause
Die Beseitigung alter Baumbestände, der Ersatz alter hochstämmiger Obstsorten durch moderne, niedrig wüchsige Sorten sowie die Umwandlung von Grünland in Acker- oder Bauland haben dazu beigetragen, dass dem Steinkauz zahlreiche Brutmöglichkeiten abhanden gekommen sind. Der Einsatz von Insektiziden und Pestiziden, eine Intensivierung der Nutzung der Grünlandflächen durch zu hohe und dichte Vegetation führte zu einer extremen Verschlechterung der Bedingungen zum Beutefang. Die Zerschneidung bzw. Zerstörung des Lebensraumes durch Straßen- und Siedlungsbau taten ihr übriges.
 

 
Foto: Marcus Müller
Lösungsansätze
Erhalt einer naturnahen Landwirtschaft
Zu den wichtigsten Lösungsansätzen zählen:

Erhalt einer kleinbäuerlich strukturierten Landschaft mit einem möglichst hohen Anteil an Grünlandflächen und ihre extensive Bewirtschaftung, Verhinderung der Umwandlung von Grünland in Ackerland, Erhalt und Förderung der noch vorhandenen Streuobstwiesen, Pflege der noch vorhandenen Kopfbäume bzw. Vermehrung der Bestände, Anbieten künstlicher Nisthilfen, der sog. "Steinkauzröhren".
 

  Literatur
Mebs, Theodor, Scherzinger, Wolfgang: Die Eulen Europas. Biologie, Kennzeichen, Bestände. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH 2000. (Kosmos-Naturführer); Jonsson, Lars: Die Vögel Europas und des Mittelmeerraumes. Bearbeitet von Peter H. Barthel. Stuttgart: Franckh-Kosmos 1999.(Kosmos-Naturführer); Ministerium für Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Der Steinkauz - Lebensraum, Bestandssituation, Schutzmöglichkeiten. Düsseldorf 2003
 


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