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Der Eisvogel
Eine schillernde Persönlichkeit
Der Eisvogel gehört ganz gewiss zu den auffälligsten Erscheinungen in der
heimischen Vogelwelt, wirkt er doch mit seinem farbenreichen Gefieder eher wie ein Vertreter tropischer Gefilde.
Nicht umsonst trägt er den Namen "fliegender Edelstein". Doch trotz seiner äußeren
Erscheinung sind Beobachtungen eher eine Ausnahme, führt er doch ein recht heimliches Leben, ist zudem sehr
scheu und versteht es, sich vor dem Menschen gut zu verstecken. So begegnet man ihm eher zufällig, ist dann
aber umso beeindruckter von dem doch seltenen Erlebnis. Im gesamten südlichen, vom NABU betreuten Kreisgebiet,
ist der Eisvogel an den Fließgewässern heimisch und wird in seinem Bestand regelmäßig kontrolliert.
Da der Vogel sehr heimlich lebt, ist die genaue Anzahl der Brutpaare schwer zu ermitteln. |
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Merkmale
Großer Kopf und langer Schnabel
Der Körper des Eisvogels ist sehr kompakt
gebaut. Er besitzt einen großen Kopf mit langem Schnabel und
einen recht kurzen Hals. Seine Füße sind klein, die
Schwanzfedern nicht sonderlich lang. Dadurch wirkt er ein
wenig gedrungen. Oberkopf, Schultern und Flügeldecken sowie
Schwanzfedern sind blaugrün bis grünblau. Die Kopffedern
tragen azurblaue Querbänder, die Schwingen azurblaue Spitzen
in den Federn. Die Rückenfedern sind einheitlich azurblau, die
Brustbefiederung rostrot. Rostrote Ohrdecken gehen in weiße
Halsstreifen über. Ebenfalls weiß ist die Kehle. Von der Mitte
der Schnabeloberseite bis zu den Augen zieht sich zu beiden
Seiten jeweils ein kleines Band hell- bis dunkelbrauner
Befiederung, die Stirnflecke. |
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Lebensraum
Gewässer hat er gerne
Eisvögel leben an stehenden Gewässern ebenso wie an mäßig schnell
fließenden Bächen und Flüssen. Ein guter Fischbestand ist notwendig sowie Sitzwarten von denen
er seine Jagden ausüben kann. Nicht nur an natürlichen Lebensräumen sondern auch an von Menschenhand
geschaffenen Seen oder Teichen findet der Eisvogel Gefallen.
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Nahrung
Lecker Fisch
Der Speiseplan sieht in erster Linie Fisch als Hauptnahrungsmittel vor. Seltener bereichern
diesen auch Wasserinsekten bzw. deren Larven. Dabei bevorzugt er keine Art sondern ernährt sich von den Fischen, die in
seinem Revier am häufigsten vorkommen und leicht zu erbeuten sind. Dies können neben Stichlingen, junge Bachforellen,
Groppen an größeren Flüssen auch Plötzen sein. Die Fische sollten eine Länge von 9 Zentimetern
nicht überschreiten, wobei Ausnahmen aber möglich sind.
Die Jagd erfolgt zumeist von einer Ansitzwarte an oder über dem Gewässer aus. Hat er seine Beute im Wasser
erspäht, legt er das Gefieder an und stößt in Richtung Wasseroberfläche. Wieder aus dem Gewässer
aufgetaucht, setzt er sich auf seinen Ast und schlägt die Beute neben sich auf das Holz bis diese regungslos ist. Dann wird
sie, Kopf voran, verzehrt. Unverdauliche Bestandteile werden nach einiger Zeit als Gewölle wieder ausgewürgt.
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Nest
Eine Röhre soll es sein
Eisvögel brüten in Höhlen, die sie in tagelanger Arbeit in meist lotrechte Lehmwände
an Gewässern bauen und ist somit was seine Behausung angeht völlig konkurrenzfrei. Außerdem ist die Sicherheit
vor möglichen Feinden dort am ehesten gewährleistet. Steilwände, wie sie der Eisvogel nutzt, entstehen an natürlichen
Gewässern meist durch seitliche Verlagerung. Aber auch in einiger Entfernung vom Wasser kann er brüten, beispielsweise in
Wurzeltellern umgestürzter Bäume. Die Wände sollten lotrecht bis leicht nach vorne geneigt und frei von Wurzeln sein.
Die Höhe spielt insofern eine Rolle, dass diese mindestens einen halben Meter betragen sollte. In den oberen Teil der Steilwand
wird dann von beiden Partnern eine 40 bis 80 Zentimeter tiefe Höhle gegraben an die sich ein Brutkessel anschließt, der im
Durchschnitt 17 bis 20 Zentimeter breit ist.
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Fortpflanzung und Brutverhalten
NABU-Aktive schnitten gut ab!
Schon ab Anfang Februar beginnt die Partnersuche und die Eisvogelbalz, die auch während der Bauphase anhält
und in zahlreichen Begattungen mündet. Eisvögel sind in der Regel monogam. Die Bruthöhle wird Ende März, Anfang April
fertig gestellt. Das Weibchen beginnt dann mit der Eiablage in deren Verlauf bis zu 7 weiße Eier in den Brutkessel gelegt werden.
Da die Eisvögel im weiteren Verlauf ihre Gewölle in den Brutkessel abgeben, liegen die Eier nach einiger
Zeit auf einer isolierenden Schicht aus Fischgräten. Beide Partner bebrüten das Gelege, wobei das Weibchen den größeren
Anteil hat. Nach 19 bis 21 Tagen schlüpfen die Jungen. Ende Mai bis Mitte Juni verlassen die Jungvögel schließ das Nest und
werden nach kurzer Zeit von den Elterntieren aus dem Revier verdrängt. Mehrfachbruten sind möglich und keine Seltenheit. |
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Gefährdung
Der Mensch ist Schuld
Der Bestand in Deutschland liegt derzeit bei ca. 3500 bis 5000 Brutpaaren. Damit ist der Eisvogel
ein seltener heimischer Vogel, dessen Bestand eigentlich dauerhaft gefährdet ist. Harte Winter, Hochwasser und Regen
zur Brutzeit können einen Bestand an den Rand seiner Existenz bringen. Und der Mensch tat und tut sein Übriges,
um die Situation oftmals noch zu verschlimmern. Wegen seines schönen Aussehens und seiner Nahrung war der Eisvogel
lange Zeit gefährdet und stand unter Verfolgung. Dies hat heutzutage Gott sei Dank ein Ende gefunden, doch greift der
Mensch nun immer mehr in die letzten Rückzugsgebiete und Lebensräume des Eisvogels ein. Flüsse werden reguliert und
in Betonbetten gezwängt, Talauen verschwinden und Feuchtgebiete werden trockengelegt. Die Vielfalt in Fauna und Flora verarmt,
das Nahrungsangebot für den Eisvogel sowie geeignete Brutmöglichkeiten werden Mangelware. Zudem kommt der sich immer weiter
ausbreitende Freizeittourismus, der auch vor empfindlichen Landschaftsteilen kaum noch halt macht. |
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Lösungsansätze
Zurück zur Natur
Die negativen Einflüsse des Menschen auf den Lebensraum des Eisvogels sind vielfältig und bedrohen zunehmend
dessen Existenz. Ein verbesserter Schutz von Brutplätzen und deren regelmäßige Betreuung ist neben der Wahrung und Wiederherstellung geeigneter Lebens-räume also
dringend erforderlich. Die Anlage von Kleingewässern, Renaturierung von Fließgewässern, der Bau von Steilwänden zur Linderung
des Brutplatzmangels können Maßnahmen zur Erhaltung des Bestandes sein.
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Literatur
Bunzel-Drüke, M. und Drüke, J.: Eisvögel. Meisterfischer in bedrohten Lebensräumen. 2. überarbeitete
Auflage. Karlsruhe: Verlag G. Braun 2003.
Harrisson, Colin O. J., Castell, Peter: Jungvögel, Eier und Nester
der Vögel Europas, Nordafrikas und des Mittleren Ostens.
2. überarbeitete Auflage. Übersetzt und bearbeitet von Heinrich Hoerschelmann. Wiebelsheim: AULA-Verlag GmbH 2004; Jonsson, Lars: Die Vögel Europas und des Mittelmeerraumes. Bearbeitet von Peter H. Barthel. Stuttgart: Franckh-Kosmos 1999. (Kosmos-Naturführer). |
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