Naturnahe Entwicklung der Ruhr

Eröffnung der "Lebendigen Gewässer" Ausstellung

Am Samstag, den 03.09.2016 wird durch Bürgermeister Dirk Glaser die Ausstellung um 11:00 Uhr in der Hattinger Bibliothek eröffnet.

Genehmigungsverfahren zum Winzer Ruhrbogen

                       wird vorbereitet

Antragsunterlagen in der ersten Jahreshälfte

 

 

Hattingen, den 24.02.2016

 

Der nächste Runde Tisch zur ökologischen Verbesserung am Winzer Ruhrbogen ist in Vorbereitung. Die Naturschutzverbände begrüßen die Ankündigung der Bezirksregierung Düsseldorf. Die Antragsunterlagen sollen in der ersten Hälfte des Jahres verfahrensreif vorliegen.

 

Zwischenzeitlich fanden verschiedene Abstimmungsgespräche bezüglich der Fragestellungen um den Denkmalschutz seitens der Behörden statt. Parallel dazu haben sich auch die Naturschutzverbände mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sowie den Behörden ausgetauscht.

Nachdem der LWL seine Einschätzung der Denkmalwürdigkeit einiger baulicher Anlagen an der Ruhr als Zeugnisse der ehemaligen Schiffbarmachung abgegeben hatte, soll nun ein Eintrag in die Denkmalliste erfolgen.

Bei dem anstehenden Genehmigungsverfahren, das die Bezirksregierung Arnsberg zu führen hat, sind weitere Belange, wie z.B. Ziele des Denkmalschutzes, zu betrachten und ggf. abzuwägen.

 

Die Planungen zur ökologischen Verbesserungen, wie sie bisher vorgelegt wurden, wurden Belange des Denkmalschutzes bereits weitgehend berücksichtig. Beim letzten Runden Tisch gab es dazu einen einstimmigen Konsens aller Beteiligten. Auch die Antwortschreiben des Umweltministeriums auf die Anfragen hierzu bestätigen diese Einschätzung.

 

Busfahrt nach Wickede und Arnsberg

am Samstag, den 27.06.2015

Hattingen. Beim runden Tisch stellte die Bezirksregierung Düsseldorf am Dienstag die überarbeitete Planung vor. Genehmigungsverfahren soll im Herbst starten.

Die Ruhr war erneut Thema bei einem runden Tisch am Dienstag in Hattingen. Dort stellte die Bezirksregierung Düsseldorf gemeinsam mit dem zuständigen Planungsbüro die veränderten Vorschläge zum Umbau des Ruhrbogens vor. Mit am Tisch saßen nicht nur Vertreter der Behörden aus Arnsberg, dem Ennepe-Ruhr-Kreis und der Stadt, sondern auch Fischereiverbände, Naturschutzverbände und der Initiativ-Kreis zum Erhalt des Ruhrbogens. „Wir haben einen breiten Konsens erreicht“, freute sich danach William Wolfgramm von der Bezirksregierung.

Die Bezirksregierung Düsseldorf war von der Gegenwehr der Hattinger gegen eine Umgestaltung des Ruhrbogens überrascht worden. „Wir wussten nicht was für einen hohen emotionalen Wert die Buhnen haben“, erklärt Wolfgramm. Dem soll aber in der neuen Planung Rechnung getragen werden. Entgegen der Empfindung vieler, so betont er, habe man dich Öffentlichkeit früh einbeziehen wollen, statt sie vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Es haben mehrere Gespräche stattgefunden, in den die Positionen der Beteiligten dargelegt wurden. Nun hat man sich auf eine Zwischenlösung geeinigt. Die besagt, dass die Buhnen zwischen Dahlhauser Mühle und Hattinger Wehr zu einem Drittel erhalten bleiben. Ein weiteres Drittel der Bauwerke aus der Zeit der Schiffbarmachung der Ruhr soll hinterfahren werden. So zum Beispiel direkt am Ruhrbogen. Dort wird künftig das Gewässer auch hinter den Buhnen entlangfließen. Schotter kann sich in diesem Abschnitt an den Buhnen ablagern. So solle der grundsätzliche Charakter des Landschaftsbildes, der den Hattingern so wichtig ist, erhalten bleiben, erklärt William Wolfgramm.

Das letzte Drittel der Buhnen soll dann aber doch weichen. Berücksichtigt wird bei dieser Planung auch die „konkurrierende Nutzung“ der Ruhr als Freizeitraum auf der einen und Naturschutzgebiet auf der anderen Seite. Belange des Denkmalschutzes würden ohnehin immer berücksichtigt, so der Bezirksregierungssprecher. Zur Erinnerung: Der Initiativ-Kreis hatte beantragt, den Ruhrbogen mitsamt Buhnen unter Schutz zu stellen. Eine Entscheidung hierzu gibt es von der zuständigen Behörde noch nicht.

Auch ein genauerer Termin für einen möglichen Beginn der Bauarbeiten steht nicht fest. Nur soviel: „Bis zum Herbst wollen wir genehmigungsfähige Unterlagen vorlegen können“, sagt Wolfgramm. Das Genehmigungsverfahren, in dem erneut Platz für Einwände sein wird, ist dann Sache der Bezirksregierung Arnsberg.

Sabine Weidemann

Konsens zum Ruhr-Umbau erreicht | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/hattingen/konsens-zum-ruhr-umbau-erreicht-id10590516.html#plx2139434746
Interessierte Hattinger Bürger informieren sich über die Ruhr bei Wickede
Interessierte Hattinger Bürger informieren sich über die Ruhr bei Wickede
An der renaturierten Ruhr bei Wickede
An der renaturierten Ruhr bei Wickede
Flutender Wasserhahnenfuß bei Arnsberg
Flutender Wasserhahnenfuß bei Arnsberg

Runder Tisch am 21.05.2015 im Rathaus Hattingen

Konsenz zum Ruhr-Umbau erreicht


WAZ vom 22.04.2015


Hattingen. Beim runden Tisch stellte die Bezirksregierung Düsseldorf am Dienstag die überarbeitete Planung vor. Genehmigungsverfahren soll im Herbst starten.

Die Ruhr war erneut Thema bei einem runden Tisch am Dienstag in Hattingen. Dort stellte die Bezirksregierung Düsseldorf gemeinsam mit dem zuständigen Planungsbüro die veränderten Vorschläge zum Umbau des Ruhrbogens vor. Mit am Tisch saßen nicht nur Vertreter der Behörden aus Arnsberg, dem Ennepe-Ruhr-Kreis und der Stadt, sondern auch Fischereiverbände, Naturschutzverbände und der Initiativ-Kreis zum Erhalt des Ruhrbogens. „Wir haben einen breiten Konsens erreicht“, freute sich danach William Wolfgramm von der Bezirksregierung.

Die Bezirksregierung Düsseldorf war von der Gegenwehr der Hattinger gegen eine Umgestaltung des Ruhrbogens überrascht worden. „Wir wussten nicht was für einen hohen emotionalen Wert die Buhnen haben“, erklärt Wolfgramm. Dem soll aber in der neuen Planung Rechnung getragen werden. Entgegen der Empfindung vieler, so betont er, habe man dich Öffentlichkeit früh einbeziehen wollen, statt sie vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Es haben mehrere Gespräche stattgefunden, in den die Positionen der Beteiligten dargelegt wurden. Nun hat man sich auf eine Zwischenlösung geeinigt. Die besagt, dass die Buhnen zwischen Dahlhauser Mühle und Hattinger Wehr zu einem Drittel erhalten bleiben. Ein weiteres Drittel der Bauwerke aus der Zeit der Schiffbarmachung der Ruhr soll hinterfahren werden. So zum Beispiel direkt am Ruhrbogen. Dort wird künftig das Gewässer auch hinter den Buhnen entlangfließen. Schotter kann sich in diesem Abschnitt an den Buhnen ablagern. So solle der grundsätzliche Charakter des Landschaftsbildes, der den Hattingern so wichtig ist, erhalten bleiben, erklärt William Wolfgramm.

Das letzte Drittel der Buhnen soll dann aber doch weichen. Berücksichtigt wird bei dieser Planung auch die „konkurrierende Nutzung“ der Ruhr als Freizeitraum auf der einen und Naturschutzgebiet auf der anderen Seite. Belange des Denkmalschutzes würden ohnehin immer berücksichtigt, so der Bezirksregierungssprecher. Zur Erinnerung: Der Initiativ-Kreis hatte beantragt, den Ruhrbogen mitsamt Buhnen unter Schutz zu stellen. Eine Entscheidung hierzu gibt es von der zuständigen Behörde noch nicht.

Auch ein genauerer Termin für einen möglichen Beginn der Bauarbeiten steht nicht fest. Nur soviel: „Bis zum Herbst wollen wir genehmigungsfähige Unterlagen vorlegen können“, sagt Wolfgramm. Das Genehmigungsverfahren, in dem erneut Platz für Einwände sein wird, ist dann Sache der Bezirksregierung Arnsberg.

Sabine Weidemann

Konsens zum Ruhr-Umbau erreicht | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/hattingen/konsens-zum-ruhr-umbau-erreicht-id10590516.html#plx2139434746

Hattingen, den 25.03.2015


Naturschützer fordern Renaturierung: Ruhrschleife wird nicht bleiben, wie sie ist



Die Naturschutzverbände NABU und BUND fordern die konsequente und zügige Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen bei der Umasetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). "Das Ziel, die Ruhr zusammen mit den anderen Gewässern in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen, findet unsere volle Unterstützung", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden größten Umweltverbände.


Besonders an der Ruhr sei ein größere Maß an Eigendynamik vonnöten. "Damit aus ihr tatsächlich wieder ein Fließgewässer wird, müssen Buhnen und andere Hindernisse wo immer möglich entfernt oder sinnvoll umgestaltet werden", fordert Frank Weissenberg vom BUND, der als Experte und Mitglied im Landesarbeitskreis Wasser für eine gute ökologische Qualität der Gewässer kämpft. Erst ein intaktes "Lückensystem am Gewässergrund", das in der Ruhr in weiten Strecken durch eine Schlammschicht verhindert wird, ermöglicht die Existenz der eigentlich hier heimischen Fauna und Flora. Und nur so sei eine Wiederbelebung des natürlichen Lebensraumes Ruhr möglich.


Erste Projekte für mehr Flussdynamik seien an der Ruhr bereits an anderen Stellen erfolgreich realisiert. Jutta Wenzel von der Regionalstelle Ruhrgebiet, des NABU in NRW: "Die Umgestaltung des Gewässerbettes am Winzer Bogen reiht sich damit in ein Gesamtkonzept ein. Weitere sind ebenfalls in Planung und sollen folgen. Somit stellt die Umgestaltung des Winzer Bogen ein wichtiges Bindeglied dar und setzt das um, was Naturschutzverbände seit langem fordern."


Isolde Füllbeck vom NABU im EN-Kreis korrigiert die Aussagen von Gerd Walther, der erreicht haben will, dass der Ruhrbogen wie er sich "von der Isenburg aus" darbietet, "voll erhalten bleibt". Isolde Füllbeck: "Nach unseren Informationen aus Düsseldorf entsprechen die Pläne nach wie vor dem Stand von Oktober. Offensichtlich hat Herr Walther hier etwas falsch verstanden."



Naturnahe Entwicklung der Ruhr und ihres Auebereiches bei Hattingen und die Suche nach dem guten ökologischem Zustand


Bei der Klimakonferenz in Rio war die Biodiversität ein Beratungsschwerpunkt. Die Vielfalt der Arten ist ein wesentlicher Indikator für den guten Zustand der Natur und eine Aufgabe für die gesamte Menschheit.


Seit dem Jahr 2000 gibt es eine wichtige Europäische Umweltrichtlinie, die Wasserrrahmenrichtline, die vorgibt, dass alle Gewässer bis 2027 den guten ökologischen Zustand erreichen müssen.


Während sich die Wasserqualität der Ruhr in den letzten Jahren deutlich verbessert hat, lässt ihre Lebensraumqualität nach wie vor zu wünschen übrig. Durch die Schiffbarmachung der Ruhr wurde sie in ein schmales Bett gezwängt und mit Buhnen und Längsbauwerken befestigt. Ein derartig ausgebauter Fluss kann den gewässertypischen Arten kaum geeignete Lebensräume bieten.


Im Herbst 2014 wurden die geplanten Maßnahmen, um das Fließgewässer natürlicher zu gestalten, für den Winzer Bogen den Hattinger Bürgern vorgestellt.


Die Ruhr soll sich wieder eigenständig entwickeln dürfen, so dass Fluss und der Auenbereich wieder eine Einheit bilden, wie es sein soll und wie es in erfolgreich umgesetzten Renaturierungsprojekten auch heute schon beobachtet werden kann.


Eine aufgeweitete Ruhr kann dann eine eigene Dynamik entwickeln, damit der Fluss und der Auenbereich wieder eine Einheit bilden. Die extensiv mit Heckrindern beweidete Landschaft bleibt dabei genauso erhalten, wie die Möglichkeit die Ruhr, wie gewohnt, vom Ufer und vom Wasser aus genießen zu können.


Die Angler, Kanuten und Erholungssuchende aus Hattingen und Umgebung werden mit Einblicken in eine dynamische Flusslandschaft belohnt.


Die Ruhr wird damit in Hattingen artenreicher und vielfältiger.

Informationsmaterial zum Herunterladen:

Flyer_Winzer_Bogen_20141029.pdf
Adobe Acrobat Dokument 698.7 KB



Projekte im Planungsgebiet „Untere Ruhr“ bis 2027


zum download:
 

einlage_2_auf_dina4.docx
Microsoft Word Dokument 238.2 KB

11.11.2014
Ruhr-Renaturierung: Stadt war informiert, NABU schreibt an Fraktionen 


Die Stadtverwaltung Hattingen hatte 2013 und 2014 insgesamt fünf Möglichkeiten sich über die Renaturierung der Unteren Ruhr zu informieren. Das zeigen Unterlagen, die dem NABU Hattingen, der ebenfalls eingeladen war, vorliegen. Michael Schindler vom NABU-Hattingen: „Eine der Veranstaltungen, zu der betroffene Verbände wie Angler, Naturschützer, aber auch öffentliche
Verwaltungen eingeladen waren, fand sogar in einem Verwaltungsgebäude in Hattingen statt. Zu anderen Veranstaltungen wurde die Stadt mit umfangreichem Infomaterial eingeladen!“
Dass man sich jetzt beschwert, nicht beteiligt zu sein, stößt auf Unverständnis der Naturschützer, die auch nicht akzeptieren, dass sich die Stadtspitze schon bevor sie irgendwelche Pläne gesehen hat und sowieso angeblich von nichts wusste, für den Erhalt der Buhnen stark machte.

In einem Schreiben an die Ratsfraktionen weisen die Naturschützer darauf hin, dass es letztlich bei der Renaturierung „um den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen“ gehe. In dem Schreiben heißt es: „Die Erhaltung der Vielfalt des Lebendigen wird von Umweltexperten als die wichtigste Herausforderung der Menschheit angesehen. Die Bio-Diversität ist die Grundlage des menschlichen Daseins und Wirtschaftens. Und die soll in der Ruhr verbessert bzw. wieder hergestellt werden. Hattingen kann einen winzigen Teil zur Lösung einer Menschheitsaufgabe beitragen.“


Dass es um die Natur, obwohl „alles so schön grün ist“ am Ruhrbogen in Hattingen nicht gut bestellt ist, zeigen die Bestandsaufnahmen der Wissenschaftler. So wird die Unterwasserflora in ihrer Zusammensetzung an zwei von drei Punkten als „fast verödet“ und insgesamt als „unbefriedigend“ eingestuft. Die „fischbasierte Bewertung des ökologischen Zustands“ schwankt zwischen mäßig bis unbefriedigend.
Die Erhebungen der Vogelwelt des NABU zeigen keine der flusstypischen Arten, sondern Allerweltsvögel, die an Parkteichen und Stauseen ebenfalls vorkommen. Auch die flussbegleitende Flora ist stark verarmt und besteht zum größten Teil aus Ruderalpflanzen, die eigentlich an jedem Wegrand vorkommen sollten. Nur wenige Flussauenbewohner, wie der Ufer-Alant, kommen vor.

„Es wird höchste Zeit, dass sich die bio-ökologischen Zustände an der Ruhr in Hattingen wenigstens in Teilbereichen verbessern. Wir sollten uns freuen, dass wir bald mehr Vielfalt genießen können und einen Flusslauf haben, der den Namen Fluss verdient!“, so Isolde Füllbeck, Sprecherin des NABU-Hattingen.

25.11.2014
NABU begrüßt Denkmalschutz im Ruhrtal bei Stiepel


Der von Bürgern aus Bochum und Hattingen initiierte Antrag, das Ruhrtal zwischen dem Kemnader See in Bochum und der Koster Brücke in Hattingen in die Denkmalliste als Denkmalbereich aufzunehmen, findet die volle Unterstützung des NABU in Bochum und im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Das Ruhrtal zwischen Bochum-Stiepel und Blankenstein weist ein bemerkenswertes Ensemble kulturhistorisch, industriegeschichtlich und naturgeschichtlich bedeutender Landschaftsgestaltungen, Gebäude und Bodendenkmale auf, die
geschützt und entwickelt werden müssen. Wie der Naturschutzbund (NABU) erklärt, ist die Schiffbarmachung der Ruhr hier mit den Buhnenbauwerken, der Stiepeler Schleuse, dem historischen Treidelpfad, der Wehranlage und der Kohlenniederlage an der Kost, so gut wie an keiner anderer Stelle im Unteren Ruhrtal nachzuvollziehen.

Wie in dem Antrag ausgeführt wird, ist die Kombination der Flussbauwerke zur Schiffbarmachung mit der parallel zum Fluss verlaufende Bahntrasse besonders reizvoll. Die beiden Verkehrswege zeigen den Wert des Ruhrtals als Verbindungslinie auf und gleichzeitig ist die Eisenbahn die Erklärung für den Niedergang des Schiffsverkehrs auf der Ruhr.

Auch kulturgeschichtlich kann dieser Ruhrabschnitt zusätzlich punkten mit zwei Herrensitzen (Haus Kemnade und Burg Blankenstein), der Stiepeler Dorfkirche, Gethmannscher Garten und anderen lokalen Zeugen der Zeitgeschichte und des
Kohlebergbaus.

Isolde Füllbeck vom NABU im Ennepe-Ruhr-Kreis: "Auch naturgeschichtlich ist dieser Abschnitt des Ruhrtals bedeutsam. Die Terrassierung des Ruhrtals ist hier auf beiden Ufern typisch ausgeprägt und weist einen ebenfalls typischen Buchen-Hainbuchen-Wald auf. Das Naturschutzgebiet Alte Ruhr-Katzenstein schützt eines der wenigen erhaltenen Altwässer der Ruhr, die bei Hochwasser noch an den Fluss angebunden sind und hat daher einen bedeutenden naturhistorischen Wert."

Nach Meinung der Antragsteller sollten die Städte Bochum und Hattingen die gute Anbindung des Ruhrtals durch den Ruhrtalradweg nutzen und gemeinsam eine behutsame Erschließung entwickeln. Ein durchdachtes Informationssystems würde nicht nur die heimische Bevölkerung sondern auch Tausende Touristen an den Denkmalschutz als gesellschaftliche Aufgabe heranführen. Der geschützte Denkmalbereich, nach Paragraph 5 des Denkmalschutzgesetzes NRW, würde eine weitere Attraktion für die stille Erholung bieten.

Statement bei der Infoveranstaltung vom 03.11.2014

der Bezirksregierung Düsseldorf in der Gebläsehalle von Isolde Füllbeck


Liebe Ruhr,


wissenschaftliche Forschungen gehen davon aus, dass die Menschen in den Uferzonen stehend den aufrechten Gang gelernt haben. Der Auftrieb hat hierbei maßgeblich mitgeholfen.


Wasser ist lebenswichtig und ohne Wasser gibt es kein Leben.


Die Kohle unter uns hat die Industriealisierung vorausgetrieben. Die Montanindustrie hat sich an deinen Ufern niedergelassen und dich gravierend in deinem Erscheinungsbild verändert. Du wurdest den wirtschaftlichen Bedürfnissen der Menschen unterworfen, deine Ufer wurden für die Schiffbarmachung befestigt und du fließt in wie einem Kanal deinen dir vorbestimmten Weg.


Wie für die Ewigkeit wurden deine Ufer von Menschenhand befestigt. Mit deiner Beständigkeit und deiner naturgewollten Duldsamkeit alles zu ertragen, was die Menschen dir zumuten, bist du ein Zeichen des Ewigen.


Die Flora und Fauna in deinem Umfeld sind Anzeichen für die schöpferische Kraft, sich anzupassen und die Möglichkeiten zu nutzen, die sich bieten.


Nun ist es geplant, dass deine Ufer mit dem Bagger bearbeitet werden.

Dieses Mal sollst du deine Dynamik zurück erhalten, mehr Raum gewinnen und die natürlichen Vorgänge sollen gefördert werden. Die Zerstörung innerhalb der Bauphase sind zeitlich begrenzt und danach wird deine natürliche Schönheit sich voll entfalten.


Leider muss ich dir mitteilen, dass die Meinungen der Hattinger Bürger zu den ökologischen Verbesserungen an deinen Ufern sehr gespalten und hoch emotional sind.


Diese Entwicklung finde ich sehr schade und es macht mich traurig, dass sich die Menschen, die sich den Naturschutz auf die Fahne geschrieben haben, uneinig sind.


Mein Wunsch ist es, liebe Ruhr, dass sich die an diesem Prozess beteiligten Menschen, zusammen setzen und sich bewusst machen, dass es in dieser Welt nicht so sehr auf unserer Vergangenheit ankommt, sondern was wir mit unserer Zukunft zu tun gedenken.

 

Als Sprecherin der NABU Ortsgruppe Hattingen gebe ich zu bedenken, dass wir es sind, die jetzt entscheiden, was dem Dienst am Allgemeinwohl nützt und hoffe sehr, dass wir nach dieser Veranstaltung unseren eigenen weltlichen Nutzen zurück stellen und wir uns bewusst werden, dass die Generationen nach uns, die wirklichen Besitzer dieser Erde sind.

Die Ortsgruppe begrüßt die geplanten Ökologischen Verbesserungsmaßnamen

Hattingen, 02.11.2014


Der NABU in  Deutschland, sowohl auf Landesebene als auch in der betroffenen Region begrüßt die geplante Renaturierung der Ruhr in Hattingen.
Naturschützer versprechen sich von der Renaturierung sehr viel bessere
Entwicklungsmöglichkeiten für flusstypische Pflanzen und Tiere, die zur Zeit
in der eingezwängten Ruhr keine Chance haben.

Die Ruhr bei Hattingen hat kaum noch etwas mit dem typischen Ökosystem Fluss  gemeinsam. Unsere Erhebungen zeigen, dass zum Beispiel flusstypischeVogelarten in der Ruhr kaum vorkommen. Das was so schön grün aussieht, besteht fast ausschließlich aus Pflanzenarten, die auch an Wegrändern vorkommen. Die Ruhr zeigt eine sehr verarmte Fauna und Flora. Die Wasservögel im denaturierten Bett der Ruhr sind typisch für Stillgewässer aber nicht für Flüsse!

Flüsse sind im Binnenland die dynamischten Lebensräume. Sie
bewirken einen steten Wandel der Aue durch Überschwemmungen, Niedrigwasser und Sedimentablagerungen. Der Fluss als Baumeister schafft Schlammbänke, Kiesinseln, Überschwemmungszonen, breite Uferbereiche, die durch Umlagerungen von Sedimenten und Strömungsänderungen in die Flussdynamik einbezogen sind.


Trockene Standorte mit entsprechender Vegetation können in wenigen Monaten in feuchte Standorte, Feuchtwiesen, Röhrichtstandorte verwandelt werden. Die Tierwelt reagiert darauf mit speziellen Anpassungen und ist sehr artenreich. All das kann, die regulierte Ruhr bei Hattingen nicht leisten, der die flusstypische Dynamik nicht mehr entwickelt.

Als Ortsgruppe freuen uns, dass die Bezirksregierung in Düsseldorf nun endlich die Hattinger Bevölkerung informiert und darstellt, wie die Renaturierung ablaufen soll. Es ist wichtig, dass die hochemotionale Diskussion in Hattingen versachlicht wird. Viele Vorurteile und Befürchtungen werden sich durch eine bessere Informationsarbeit
abbauen lassen.

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