Frühlingsgefühle

Das schaurig-schöne „schuu-hu-huuuu!“ – vielen Menschen auch aus Nachtszenen in den Fernsehkrimis bekannt - schallt jetzt während der Dämmerung wieder durch die Parks, Wälder und großen Friedhöfe mit altem Baumbestand. Urheber dieses Gesangs ist Europas häufigste Eulenart, der Waldkauz. Er ist der erste, der mit der Frühjahrsbalz beginnt. Aber auch andere heimische Eulen, wie der große Uhu oder der kleine Steinkauz sind bereits aktiv. Früher als viele andere Vogelarten beginnen die Eulen dann meist im März, Uhu und Waldkauz gelegentlich schon im Februar, mit der Brut. Sie gewinnen damit wertvolle Zeit für die Jungenaufzucht.

Die Balz der Greifvögel ist im Gegensatz zu der der Eulen gut sichtbar. Mäusebussard und Habicht sind bei gutem Wetter beispielsweise über den Wäldern bei akrobatischen Balzflügen zu sehen. Auffällig ist der „Girlandenflug“ der Bussarde. Sie stürzen aus der Höhe nach unten, fangen sich ab und steigen wieder hoch. Das geht über mehrere Kilometer so. Die Vögel demonstrieren so ihren Besitzanspruch an das Revier. Auch bei den Wanderfalken am einziger Brutplatz in Hattingen am Hochofenkamin des Industriemuseums herrscht Hochzeitsstimmung. Der Falkenmann beweist seine Fähigkeit eine Familie zu versorgen, in dem er seiner Angebeteten Beute, geschlagene Vögel, überreicht.

Auch die heimischen Spechte wie Bunt- und Schwarzspecht werden durch die länger werdenden Tage in Balzstimmung versetzt. Sie machen durch das charakteristische Trommeln an hohlen Ästen und Stämmen auf sich aufmerksam. In den Gärten lassen jetzt auch Meisen, Rotkehlchen und bald auch Zaunkönig und Heckenbraunelle die ersten Gesangsstrophen hören.

Fotos: Thomas Griesohn-Pflieger (Uhu,  Mäusebussard,Buntsprecht)