Trotz Corona-Einschränkungen: Naturschutz geht weiter

Trockenmauer wieder aufgerichtet

15.04.2020 Das Gelände um das IG-Metall-Bildungszentrum in Obersprockhövel wird unter Naturschutzgesichtspunkten von einer örtlichen Gruppe von Nabu-Mitgliedern betreut. Dazu gehört auch eine Trockenmauer aus Bruchsteinen, die von der Gruppe vor einigen Jahren am Rand einer Wildpflanzenwiese aufgebaut worden ist. Diese Mauer, an einer sonnigen Stelle gelegen, bietet einer Vielzahl von Tierarten eine Unterkunft an – von Insekten über Reptilien bis hin zu kleinen Säugertieren. Leider ist sie im Laufe des Winters ein Opfer von Vandalismus geworden. Sie war zur Hälfte abgetragen; die Steine lagen verstreut auf der Wiese.


Zwei Mitglieder der Sprockhöveler Gruppe - mehr wären unter den gegebenen Einschränkungen ohnehin nicht zulässig gewesen - haben sich darangemacht, die Trockenmauer wieder aufzubauen. Der vorgeschriebene Personenabstand von zwei Metern musste natürlich eingehalten werden. Das bedeutete, dass jeder seine Steine alleine schleppen musste, egal wie schwer sie waren. Trotz dieser erschwerten Bedingungen ging die Arbeit gut voran und zum Schluss war die Mauer wieder intakt. Es bleibt die bange Frage, ob sie wohl diesmal in Ruhe gelassen wird. Um die Chancen zu verbessern, soll daneben ein kleines Schild angebracht werden, das auf den Zweck dieses „Steinhaufens“ hinweist - manche Zerstörungsakte lassen sich hoffentlich durch Aufklärung verhindern.

 

Fotos: H. Sporn

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Sprockhöveler NAJU Gruppe "Die Waldfüchse"

Fotos: J. Engels

Nisthilfenkontrolle in Sprockhövel

Am Freitag, den 29.11.2019 machten sich in Sprockhövel sechs Nabu-Mitglieder daran, Nisthilfen, die in den letzten Jahren angebracht worden sind, zu überprüfen und zu reinigen.
Zunächst wurden aus den zahlreichen Kästen auf dem Gelände des IG-Metall-Bildungszentrums die alten Nester entnommen. Erfreulicherweise waren fast alle Kästen belegt. Anhand des Aufbaus des Nests und des verwendeten Materials wurde so gut wie möglich bestimmt, welche Art dort jeweils gebrütet hat. Das war nicht immer einfach; anscheinend halten sich nicht alle Vögel an die vorgesehene artspezifische "Bauanleitung". Immerhin ließ sich sichern, dass verschiedene Meisenarten und wohl auch ein Kleiber die Hilfen genutzt haben. Die Ergebnisse wurden protokolliert.
Ein „Highlight“ war die Inspektion eines Hornissenkastens, in dem sich tatsächlich ein Nest befand. Auch dieses kunstvolle Gebilde musste entfernt werden, damit im nächsten Jahr das Brutgeschäft wieder vonstattengehen kann.
Anschließend ging es zur ehemaligen Kirche in Obersprockhövel, die jetzt als Wohnhaus genutzt wird. Im Kirchturm ist ein Turmfalken-Kasten untergebracht. Leider ist er in diesem Jahr leer geblieben. Bewohner des Anwesens erzählten, dass sich Nilgänse (!) dort zu schaffen gemacht haben. Möglicherweise haben sie den Turmfalken die "Freude" an der Nistgelegenheit genommen. Um für das nächste Jahr die Aussichten auf Falken-Nachwuchs zu verbessern, wurde der Boden des Kastens mit frischem Substrat belegt, um eine trockene Unterlage für ein neues Nest zu bieten.
Zum Abschluss wurde ein paar hundert Meter weiter ein weiterer Turmfalken-Kasten kontrolliert, der im Giebel einer Scheune aufgehängt ist. Hier waren mehrere Jungvögel aufgewachsen, die im Spätsommer bei ihren Flugübungen beobachtet werden konnten. In luftiger Höhe wurde auch dieser Kasten inspiziert und gesäubert.
Fazit am Ende der Aktion: Die „Vermieter“ haben ihre Aufgaben erfüllt. Nun liegt es an den „Mietern“, die bereitgestellten Unterkünfte auch im nächsten Jahr wieder zu nutzen.