„Insekten retten - Artenschwund stoppen“ - Naturschutzverbände starten Volksinitiative Artenvielfalt NRW

Auch der Naturschutzbund Deutschland (NABU) Ennepe-Ruhr-Kreis e.V. ruft seine Bürger*innen auf die Volksinitiative mit einer Unterschrift zu unterstützen und so ein deutliches Signal für notwendige Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt in NRW zu senden. „Die Artenvielfalt auf dem Land aber auch in unseren Städten und Gemeinden muss zukünftig konsequenter und besser geschützt werden, wollen wir unseren Kindern und Enkelkindern einen lebenswerten Planeten hinterlassen“, sagte Isolde Füllbeck, die zweite Vorsitzende des Verbandes vor Ort. „Dabei setzen wir nicht nur auf die Unterstützung unserer Mitglieder, sondern appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, sich mit ihrer Unterschrift für ein lebenswertes Nordrhein-Westfalen einzusetzen.“

„Inzwischen sind 45 Prozent der Arten in NRW bedroht. Der dramatische Rückgang vieler Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten duldet keinen Aufschub mehr“, so Füllbeck  „Auch hier im Ennepe-Ruhr-Kreis sieht es nicht besser aus. Deswegen gehen wir trotz Corona jetzt bewusst raus um Unterschriften zu sammeln. Dabei werden wir selbstverständlich alle Hygieneregeln beachten.“

Konkret fordern die Verbände einen Stopp des Flächenfraßes, mehr Waldflächen ohne Nutzung, die Ausweitung des Biotopverbundes und die Ausweisung eines Nationalparks Senne. Auch müssten der ökologische Landbau deutlich ausgeweitet, ein Verbot chemisch-synthetischer Pestizide in Naturschutzgebieten durchgesetzt und die Gewässer und Auen wirksamer geschützt werden. In allen diesen Politikfeldern sehen BUND, LNU und NABU Stillstand oder Rückschritte. Ein politischer Wille der Landesregierung, dem dramatischen Verlust an biologischer Vielfalt konsequent zu begegnen, sei nicht erkennbar, so die Naturschutzverbände. Vereinzelte Förderprogramme ersetzten keine Strategie und ansonsten werde dem Credo, die Wirtschaft zu ‚entfesseln‘, alles untergeordnet.

„Der Natur- und Artenschutz muss aber nicht nur auf dem Land, sondern auch in der Stadt gestärkt werden“, erklärte Isolde Füllbeck. Hier sei die Landesregierung gefordert, dafür den ordnungsrechtlichen Rahmen zu setzen. Die Verbände fordern so zum Beispiel klare landesrechtliche Vorgaben etwa zur Eindämmung der Lichtverschmutzung und ein Verbot so genannter Schottergärten. Umgesetzt werden müssten die Maßnahmen dann allerdings in den Städten und Gemeinden.

„Mit der Volksinitiative Artenvielfalt wollen wir uns zudem bewusst im Kommunalwahlkampf bemerkbar machen“, sagte Füllbeck. Auch vor Ort müsse sich die Politik daran messen lassen, was sie für lebenswerte Städte und Kommunen tut. Hier geht der Artenschutz Hand in Hand mit dem Klimaschutz. Denn mit mehr Natur in der Stadt können wir auch wirksam dem Klimawandel begegnen.“


Wer kann unterschreiben?
Um die Forderungen der Volksinitiative Artenvielfalt NRW zum Thema im Landtag zu machen müssen mindestens 0,5 Prozent der deutschen Stimmberechtigten (ab 18 Jahren) in Nordrhein-Westfalen unterschreiben. Gültig sind nur manuelle Unterschriften auf dem offiziellen Unterschriftenbogen. Das Stimmrecht aller Unterzeichnenden müssen sich die Initiatoren der Volksinitiative von der jeweiligen Gemeinde der Hauptwohnung bestätigen lassen.

Wo kann ich unterschreiben?
Man findet die Unterschriftenbögen auf der Webseite der Volksinitiative www.artenvielfalt-NRW.de zum Download und Ausdrucken. Außerdem wird es Sammelstellen in Ladenlokalen und Geschäftsstellen in ganz Nordrhein-Westfalen geben, in denen Unterschriftenbögen abgeholt und abgegeben werden können. Eine Liste aller Sammelstellen findet sich auf der Webseite. Natürlich kann man die Unterschriftenbögen auch beim Kampagnenteam der Volksinitiative kostenfrei bestellen: Einfach eine Mail an Kontakt(at)artenvielfalt-NRW.de.

Wo gebe ich die ausgefüllten Bögen wieder ab?
Ausgefüllte Unterschriftenbögen können an den Sammelstellen abgegeben oder direkt an das Kampagnenteam geschickt werden: Volksinitiative Artenvielfalt, Postfach 19 00 04, 40110 Düsseldorf. Das Kampagnenteam legt fertige Unterschriftenbögen dann den zuständigen Einwohnermeldeämtern zur Prüfung vor. Personen aus unterschiedlichen Gemeinden oder Städten sollten daher auf unterschiedlichen Unterschriftenbögen unterschreiben.

Wer steht hinter dem Volksbegehren?
Die Volksinitiative Artenvielfalt wurde durch die NRW-Landesverbände des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU) und des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) ins Leben gerufen, um eine landesweite Kampagne zum Erhalt der Artenvielfalt in NRW durchzuführen. Ziel der Initiative unter dem Motto „Insekten retten – Artenschwund stoppen“ ist es, konkrete Handlungsvorschläge zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in den NRW-Landtag einzubringen und das Land so zu mehr Natur- und Artenschutz zu bewegen. Eine Übersicht über die weiteren Unterstützer*innen der Volksinitiative findet man auf der Webseite www.artenvielfalt-NRW.de


Kontakt für Rückfragen vor Ort:
Naturschutzbund Deutschland (NABU) Ennepe-Ruhr e.V
Isolde Füllbeck, Am Vogelbruch 30, 45527 Hattingen, 02324 393822
isolde-fuellbeck(et)arcor.de