Schwalbenfreundliches Haus Sprockhövel - Forts.

(Foto: NABU) Mehlschwalben im Nest
(Foto: NABU) Mehlschwalben im Nest

Sanierungsmaßnahmen, intensive Landwirtschaft, weniger fliegende Insekten: Schwalben mussten in den letzten Jahren unter großen Einschnitten in ihre Lebensräume leiden. Häufig werden die Nester leider auch illegal beseitigt – und das, obwohl Schwalben streng geschützt sind und das Zerstören ihrer Brutstätten unter Strafe steht.

Daher liegt es dem NABU sehr am Herzen, wenn sich Menschen aktiv darum bemühen, den Nestbau der Schwalben und die Aufzucht ihrer Jungen zu unterstützen.

 „Schwalbenfreundliches Haus“ heißt die Auszeichnung in Form einer Plakette und einer Urkunde, mit der der NABU Bürgerinnen und Bürger ehrt, die sich dafür einsetzen.

So freuen sich die Eheleute Bürger aus Sprockhövel über die ihnen jüngst verliehene Plakette und Urkunde, die ihr Anwesen nun als "Schwalbenfreundliches Haus" kennzeichnen.

An der Fassade des Wohnhauses der Familie Bürger errichten Mehlschwalben seit rund 30 Jahren ihre Nester.

Jährlich werden zwischen 3 und 5 Nester gebaut und meist zweimal im Jahr darin Junge aufgezogen.

Familie Bürger duldete den Nestbau an ihrer Fassade und konnte so das interessante Brutgeschehen aus nächster Nähe mitverfolgen.

Die Familie erhielt bereits vor einigen Jahren die Auszeichnung "Fledermausfreundliches Haus", und somit ist der Standort an der Wittener Straße wohl eine gute Adresse auch für fliegende Gäste.

Unsere Landwirtschaft wird immer stärker intensiviert. Höfe und Betriebe unterliegen heute strengeren Hygieneanforderungen als früher. Moderne Viehställe und Scheunen sind deshalb oft verschlossen und bieten Schwalben keine Einflugmöglichkeiten mehr. Feldwege, Einfahrten und Dorfplätze werden immer öfter zubetoniert, sodass unsere Glücksbringer weniger Pfützen
und den daraus benötigten Lehm für ihren Nestbau finden. Zudem gibt es durch Monokulturen, den Rückgang der Weidewirtschaft und den Einsatz von Pestiziden auch immer weniger fliegende Insekten. Ausgerechnet sie bilden aber die Nahrungsgrundlage unserer beliebten Sommerboten, den Schwalben.

Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ möchte der NABU  dazu beitragen, die Akzeptanz für Schwalben und ihre Nester in der Nähe des Menschen zu erhöhen sowie bestehende Brutplätze zu erhalten und neue zu schaffen.

„Jeder kann mit einfachen Mitteln Schwalben an seinem Haus willkommen heißen, z.B.  mit Nestgrundlagen wie Rauputzstreifen oder Brettchen, Kunstnestern und einer Lehmpfütze im Garten“, erklärt Ralf Steiner, Leiter der AG Kleinvögel des NABU EN und Ansprechpartner des NABU für das „Schwalbenfreundliche Haus“ im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Menschen, die sich für Schwalben engagieren und sie an ihren Häusern willkommen heißen, werden vom NABU deshalb mit einer Urkunde und einer Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet. Bewerben können sich Hausbesitzer, die das Brutgeschehen der wendigen Flugkünstler und Sommerboten dulden und fördern, ganz gleich, ob es sich bei dem Gebäude um ein Wohnhaus, eine Pension, ein Geschäft, einen Pferde- oder Bauernhof oder ein Fabrikgebäude handelt.  

Weitere Informationen zum Schutz und zur Förderung unserer heimischen Schwalbenarten:
Ralf Steiner
NABU-Ennepe-Ruhr-Kreis e.V.
Tel.: 02353 - 2865
Weitere Informationen und Bewerbungsformular zum „Schwalbenfreundlichen Haus“ unter: www.NABU.de/schwalben.