Deutschlands größte Vogelzählung startet wieder

Bundesweite Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ vom 6.1. - 9.1.2022

Das Rotkehlchen, Vogel des Jahres 2021, hat sich zum Schutz vor Kälte gut aufgeplustert. (Foto: R. Steiner, NABU-EN)
Das Rotkehlchen, Vogel des Jahres 2021, hat sich zum Schutz vor Kälte gut aufgeplustert. (Foto: R. Steiner, NABU-EN)

Ennepe-Ruhr-Kreis. Naturfreunde aufgepasst: Die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ findet vom 6. bis 9. Januar 2022 statt. Bereits zum zwölften Mal rufen der NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV e.V.) Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden.

Auch der NABU Ennepe-Ruhr-Kreis beteiligt sich daran und ermuntert die Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.
 
Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können dann online im Internet , über die kostenlose NABU-App „Vogelwelt“ oder per Post bis zum 17. Januar 2022 gemeldet werden.

Zudem ist am Samstag, 08.01.2022, sowie Sonntag, 09.01.2022, von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.
 
Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion Deutschlands, bei der möglichst viele Menschen gemeinsam große Datenmengen sammeln und so wichtige Hinweise zur Entwicklung der heimischen Vogelbestände geben. Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus. Eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. An der letzten großen bundesweiten Wintervogelzählung im Januar 2021 beteiligten sich 236.555 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 164.000 Gärten und Parks mit 5,65 Millionen gezählten Vögeln ein.
 
Der Haussperling belegte dabei den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten, die Kohlmeise Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Feldsperling, Amsel und Blaumeise.
 
Im Ennepe-Ruhr-Kreis zählten im Januar 2021 1126 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde in 775 Gärten 24.721 Vögel. Damit hat sich die Anzahl der Zählenden, der gezählten Vögel und der Gärten, in denen gezählt wurde, gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt!

Die Kohlmeise belegte im Kreis den ersten Platz. Die Ränge 2 - 5 besetzten Blaumeise, Haussperling, Amsel und Ringeltaube.

Nun erhoffen sich der erste Vorsitzende des NABU EN, Pit Städtler, und der Projektkoordinator Ralf Steiner auch 2022 wieder eine rege Beteiligung. „Denn“, so Steiner, „je mehr Menschen teilnehmen und je umfangreicher die erhobenen Datenmengen sind, desto wertvoller und aussagekräftiger werden die Ergebnisse.“

 

Für Fragen steht Ralf Steiner unter der Telefon-Nr. 02353-2865 oder der E-Mail-Adresse r.steiner{at}nabu-en.de gerne zur Verfügung.

Infostand auf dem Breckerfelder Bauernmarkt

– immer wieder gerne!

Mitglieder des NABU-Ennepe-Ruhr-Kreises informieren auf dem Breckerfelder Bauernmarkt über Naturschutz. Verkauft wurden zahlreiche selbstgebaute Nisthilfen für Wildbienen und Nistkästen für heimische Singvögel.


Breckerfeld. Wildbienen-Nisthilfen, Spatzenreihenhäuser oder Tipps zum Garten - das Angebot im NABU-Stand traf auf großes Interesse der Besucher des 33. Breckerfelder Bauernmarktes. Nach einer coronabedingten Pause im Vorjahr konnte der beliebte Markt wieder am Wochenende 25./26.09.2021 stattfinden.  Vereine, Privatpersonen und Einzelhändler präsentierten ein buntes Angebot an Praktischem, Nützlichem, Dekorativem oder Kulinarischem. Der Stand des NABU-Kreisverbandes EN war, wie schon viele Male vorher, natürlich auch mit dabei.


Ralf Steiner, NABU-Ortsbeauftragter von Breckerfeld, und seine Kolleginnen und Kollegen beantworteten die zahlreichen Fragen der Besucherinnen und Besucher, vor allem zum Thema Natur- und Artenschutz im häuslichen Bereich. Tipps zur insektenfreundlichen Gartengestaltung waren in diesem Jahr sehr begehrt.


Besonderes Interesse galt daher auch den von der NABU-Wildbienengruppe selbst gefertigten Nisthilfen für Wildbienen. Die formschön und aufwändig gestalteten Holzkästen gibt es in verschiedenen Größen und Formen.


Auch Nistkästen für heimische Singvögel wie Kohlmeisen, Blaumeisen oder Stare konnten Interessenten erwerben.


Als Hingucker entpuppte sich das „Reihenhaus“ für die geselligen Sperlinge, die gerne in Gemeinschaft brüten: Der am NABU-Stand vorgestellte Nistkasten bietet gleich drei Familien Raum für Nester – natürlich alle mit einer eigenen „Haustür“!


Als am Abend viele Kontakte geknüpft, viele gute Gespräche geführt und die Nisthilfen im wahrsten Sinne des Wortes „vergriffen“ waren, stand für die NABU-Aktiven fest: „Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei!“

 

(Fotos: R. Steiner) 

Friday for Future Demo

Teilnahme unserer NABU-Gruppe in Hagen

Foto: NABU
Foto: NABU

Am 24. September waren NABU Mitglieder auf den Fridays for Future Demos, unter anderem auch in Hagen unterwegs. Ca 600  Menschen nahmen alleine dort teil. Die Demonstration war friedlich und fand unter Corona Bedingungen mit Maske und Abstand statt.

 

Der Zug der Demonstrant*innen zog vom Bahnhof in die Innenstadt und endete im Volkspark. Dort gab es mehrere Statements von den Fridays for Future Aktiven und anderen engagierten Menschen.

 

Außer NABU und BUND waren auch mehrere andere Gruppen und Einzelpersonen dabei. Insgesamt war es eine gut gelungene und im Hinblick auf die anstehende Bundestagswahl hoffentlich wirkungsvolle Veranstaltung.

Kein gutes Jahr für Schmetterlinge

Falter- und Insektenzählaktion im EN Kreis ernüchternd

Distelfalter; Foto: P. Städtler/NABU
Distelfalter; Foto: P. Städtler/NABU

Ennepe-Ruhr-Kreis  Das Ergebnis der Falterzählaktion in 2021 des NABU in NRW fällt ernüchternd aus: Es wurden nur wenige Falterbeobachtungen gemeldet. Dr. Pit Städtler, Vorsitzender im NABU EN, wundert das nicht: “Durch die Kälte im Frühjahr kam es zu Entwicklungsverzögerungen und vermutlich zu erhöhten Mortalitätsraten bei den Faltern der zweiten Generation wie auch bei den Sommerarten, die als Raupe überwintert haben.“ Hinzu kämen die Spätfolgen der vergangenen Dürrejahre.

Die Ergebnisse im Einzelnen: Mit 1300 Meldungen behauptet die Gruppe der Kohlweißlinge erneut ihre Spitzenposition. Rund 900-mal wurden Tagpfauenaugen beobachtet, während der Admiral mit etwa 650 Meldungen auf Platz 3 landet. Das Große Ochsenauge und der Kleine Fuchs liegen mit 600 und 500 Zählungen auf Platz 4 und 5. Wie auch in den Vorjahren wurden regelmäßig verschiedene Dickkopffalter (350) gemeldet – eine Artengruppe wie die Kohlweißlinge. Auch der Zitronenfalter (250) konnte regelmäßig gesichtet werden. C-Falter und Schornsteinfeger liegen bei der diesjährigen Zählung mit jeweils 200 Beobachtungen dicht vor der Gruppe der Bläulinge (150). Nur rund 100-mal wurden Distelfalter beobachtet. Schlusslicht bildet das Landkärtchen, das dieses Jahr erstmalig im Rahmen der Zählaktion des NABU NRW gezielt erfasst wurde.

Ziel der Zählaktion ist es einerseits auf Schmetterlinge, Käfer & Co. aufmerksam zu machen und die Mitmenschen für die heimische Artenvielfalt zu sensibilisieren. Andererseits sollen möglichst viele Menschen motiviert werden, ihre Gärten und Balkone insektenfreundliche zu gestalten. Denn in naturnahen Gärten mit den richtigen Pflanzen und Strukturen finden zahlreiche Schmetterlingsarten nicht nur Nahrung, sondern auch einen Lebensraum. Tipps und Anregungen für eine Gartengestaltung, in der sich Schmetterlinge und andere Insekten wohlfühlen finden Interessierte unter Platz für Falter.

Für Rückfragen:

Karl-Heinz Jelinek, Sprecher Landesfachausschuss Entomologie,

mobil: 0151 15 211 483

Dr. Gudrun Maxam, Naturschutzfachliche Projektleitung „Mehr Platz für Falter - jetzt wird’s bunt!“

Tel: 0211 15 92 51 52

Die Wildbienen Saison 2021 ist eröffnet

Gevelsberg. Im März 2021 haben die NABU Aktiven den ersten großen Wildbienenstand in diesem Jahr auf einem Privat-Grundstück in Gevelsberg aufgebaut. Mitwirkende waren in diesem Fall Nadine Weidenbach, Heinz Schmiers und Gerd Lydecker.

In den langen Wintermonaten haben einige Aktive in der NABU Werkstatt gute Vorarbeit geleistet, damit im Frühjahr zu Beginn der Wildbienen-Saison die ersten Bienen die Nisthilfen belegen können. Für eine Wildbienenstation in der Größe, wie auf den Fotos abgebildet, sind in Zusammenarbeit der Aktiven ca. 35 Arbeitsstunden aufgewendet worden.

Es ist schön zu sehen, wenn Privatleute wieder dazu übergehen ihre Gärten Naturnah zu gestalten. Dann darf eine Insekten-Nisthilfe natürlich nicht fehlen. In dem Zusammenhang sind Trachtpflanzen ,an denen die Wildbienen Pollen finden können, ein Muss.

In diesem Sinne setzen wir uns weiterhin ehrenamtlich für den Erhalt der Natur ein.

Fotos: Heinz Schmiers

50 neue Nisthilfen in Herdecke

Stadt Herdecke und NABU kooperieren

Bild: Stadt Herdecke
Bild: Stadt Herdecke

Herdecke. Rechtzeitig zur neuen Brutsaison 2021 sollen 50 neue Nistkästen im Herdecker Stadtgebiet heimischen Vögeln ein neues Zuhause bieten. Natürliche Brut-, Nist- und Lebensstätten sind in urbanen Räumen oft nicht mehr in ausreichender Anzahl vorhanden. Daher ist es sinnvoll, künstliche Nisthöhlen als Unterschlupf für die heimische Vogelwelt anzubieten.


Die Stadt Herdecke stellt dafür die Nistkästen und Standorte bereit. Ehrenamliche Mitglieder des NABU Ennepe-Ruhr-Kreis e.V. kümmern sich sowohl um die Anbringung als auch die jährliche Reinigung.

 

Die neuen Brutplätze werden so weit voneinander entfernt angebracht, dass keine Konkurrenz zwischen den erhofften Bewohnern hinsichtlich des verfügbaren Nahrungsangebots entsteht. Als Standorte wurden beispielsweise die Grünanlage Vinkenberg sowie verschiedene Schulen und Spielplätze ausgewählt.

 

In erster Linie dient die Aktion dem Erhalt und der Entwicklung der heimischen Vogelwelt. Ein positiver Nebeneffekt: Nach bisherigen Erkenntnissen sind Meisen (insbesondere Kohlmeisen) natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners. Dieser Aspekt ist bei der Standortwahl mit eingeflossen. Beachtet wurden daher unter anderem der Befall des Vorjahres und die Nähe zu sensiblen Einrichtungen. Ob sich die Nistkästen positiv auf die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners auswirken, wird die Stadtverwaltung im Blick behalten.
 
Bildzeile: Janina Flüs vom Bereich Umwelt- und Freianlagen und Michael Reiffert, Ortsbeauftragter des NABU-Ennepe-Ruhr für Herdecke.