Auffallend wenige Singvögel in Gärten und Parks

Die Vögel an unseren Futterstellen werden vermisst

Düsseldorf im Dezember 2016

In den letzten Wochen häufen sich die Anrufe besorgter Bürger und Vogelschützer, die beim NABU NRW nachfragen, warum in ihrem Garten und am Futterhaus derzeit so wenige oder gar keine Vögel erscheinen. Wahrscheinlich spielen mehrere Faktoren dabei eine Rolle, sagt Heinz Kowalski, Ornithologe des NABU. Falsches Futter könne man aber eher ausschließen, denn die Vielzahl der Anrufe aus allen Landesteilen Nordrhein-Westfalens zeigten deutlich, dass es sich nicht um ein lokales Problem handelt. Ebenso käme die derzeit auftretende Vogelgrippe nicht als Ursache in Frage. Von ihr seien nur wenige Wildvögel wie Enten, Greifvögel oder Eulen betroffen. Vielmehr sehen die Vogelkundler des NABU zwei Hauptursachen für den auffälligen Rückgang der heimischen Singvögel.

 

Zum einen sei die schlechte Brutsaison 2017 dafür verantwortlich, so Kowalski. Nässe und Kälte in diesem Frühjahr und Frühsommer hätten zahlreiche geschlüpfte Jungvögel an Unterkühlung sterben lassen. Zudem habe die nasskalte Witterung einen zusätzlichen Mangel an Insektennahrung zur Folge gehabt. Jungvögel, die nicht an Kälte gestorben sind, seien schlicht verhungert. Viele Vogelschützer, die derzeit Nistkästen säuberten, fänden darin Nester mit toten Jungvögeln oder gar nicht erst ausgebrüteten Eiern. Da zum Beispiel Meisen in der Regel nur einmal jährlich brüten dafür aber immer relativ viele Eier legen, fehlt jetzt der Nachwuchs aus dieser Brutsaison, erklärt der NABU-Vogelexperte.

 

Während es wetterbedingt immer mal wieder schlechte Jahre für die Vögel gebe und so ein Ereignis meist in den Folgejahren wieder ausgeglichen werde, beobachten Vogelschützer seit Jahren zudem ein generelles Problem für den Vogelbestand. Eine ernste Gefahr stelle die Landschaftsveränderung durch die industrielle Landwirtschaft mit dem dramatischen Anstieg von Mais- und Rapsmonokulturen sowie der zunehmende Einsatz von Pestiziden dar. Kowalski: Darin wird auch eine der Ursachen für den Besorgnis erregenden Rückgang von Fluginsekten gesehen. So konnten die Insektenkundler des Entomologischen Vereins Krefeld um Dr. Martin Sorg, die mit dem NABU eng zusammen arbeiten, für einige Standorte einen Rückgang der Fluginsekten von bis zu 80 Prozent in den letzten Jahrzehnten feststellen. Dazu beigetragen habe auch das Verschwinden vieler blütenreicher Säume und  Wiesen.

 

Dies alles wirke sich fatal auf die Nahrungskette Boden-Pflanze-Insekten-Vögel aus und zwar offensichtlich nicht mehr nur auf Flächen in der freien Landschaft, sondern zunehmend auch in Gärten, wo nicht selten ebenfalls Pestizide eingesetzt und Staudenbeete immer öfter durch grobe Steinschüttungen ersetzt würden. Zusammen mit weiteren Ursachen wie Klimaveränderungen, Aufprall an Glasflächen, Jungvogel-Verluste durch Katzen, Vogelkrankheiten wie Usutu bei Amseln oder Trichomonadenbefall bei Finken  haben diese vielfältigen Ursachen zu einem spürbaren Rückgang der Vögel geführt. In Europa leben heute rund 450 Millionen Vögel weniger als noch vor drei Jahrzehnten und die Roten Listen werden immer länger, erklärt Kowalski. Um den qualitativen und quantitativen Verlust der Vögel aufzuhalten oder gar wieder umzukehren, reichten die bisherigen Anstrengungen der Politik zum Schutz der Biodiversität und insbesondere der Vögel nicht aus.

 

Der NABU blickt gespannt auf die Stunde der Wintervögel vom 6. bis zum 8. Januar 2017, bei der wie jedes Jahr die Vögel im Garten gezählt werden sollen. Die Vogelschützer hoffen auf viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um im Vergleich zu früheren Jahren die Bestandsentwicklung der Vögel statistisch erfassen und daraus Forderungen und Maßnahmen ableiten zu können.

Ausbildung zum Hornissen- und Wespenfachberater

Weiterer Lehrgang im Oktober

Keine Angst vor dicken Brummern! - Erfolgreiche Lehrgänge für Hornissen- und Wespenberater

„Sieben Hornissen töten ein Pferd“. Solcherlei Aberglaube verbreitet unnötig Angst. Denn ein Zusammenleben mit Wespen und Hornissen verläuft in den weitaus meisten Fällen harmonisch und friedlich.

100 neue Wespenfans

Knapp 100 neue Verbündete gewannen die häufig verkannten schwarz-gelben Insekten Anfang Juli 2015. In zwei kostenfreien Lehrgängen, ausgerichtet von Hela Mikkin vom Kreisimkerverein Ennepe-Ruhr in Kooperation mit lokalen Vertretern des NABU, und Udo Schmelz vom Bienenmuseum Duisburg, wurden die teils sogar aus Hamburg und Rostock angereisten Imker, Feuerwehrleute und Schädlingsbekämpfer mit Informationen für eine fachgerechte Beratung bei Wespen- und Hornissenproblemen versorgt. Zahlreiche Bilder und Filme gewährten spannende Einblicke in die Biologie von Hornisse & Co.. Anhand von Anschauungsmaterial, Insektenpräparaten und bestem technischem Equipment übten die Teilnehmer die Identifikation einzelner Arten, Voraussetzung für eine korrekte Information Hilfesuchender. Tipps und Tricks für Umsiedlungs- oder Absicherungsmaßnahmen rundeten den vollen und anspruchsvollen Kurstag ab.

Fachgerecht aufklären

Die Teilnahmebescheinigung erlaubt den neuen Wespenfachfrauen und –männern nun in Absprache mit den Naturschutzbehörden auch Nester umzusiedeln. Dies wird jedoch in den seltensten Fällen nötig sein. Bei über 90% der meist panischen Hornissen- oder Wespen-Geplagten „mein Kind / Großvater / Hund ist allergisch“ kann schon mit einer fachgerechten Aufklärung sowie Tipps für ein friedliches Zusammenleben geholfen werden. Wo Mensch und Tier sich unvermeidbar ins Gehege kommen, wenn z.B. der Gartenfreund mit Rasenmäher die Flugbahn dauernd stört, sind einfache Absicherungsmaßnahmen und Verlegung der Flugbahn angesagt. Ziel jeder Beratung ist es, ein dauerhaft harmonisches Miteinander von Zwei- und 6-Beinern zu ermöglichen. Sachliche Beruhigung, die meist unbegründeten Ängste nehmen und Ratsuchenden wie Wespen helfen, werden das A&O jeder Initiative der kundigen neuen Berater sein.

Interesse?

Der nächste kostenfreie Lehrgang findet statt am 31.Oktober 2015 im Bergischen Land. Nähere Informationen und Anmeldung unter www.bienenzuchtverein-bechen.de.



Wildbienen an ungewöhnlichem Ort

Mauerbienen finden im Strandkorb neue Brutmöglichkeit

Sprockhövel im Mai 2014

Obwohl seit einigen Jahren die Wildbienenstation Nr. 5 im Ennepe-Ruhr-Kreis den Solitärbrütern zur Verfügung steht, haben sie bei Familie Sandmann in Niedersprockhövel eine neue Brutmöglichkeit gefunden.


Karl Sandmann schreibt:

"Es ist ja nicht genug, dass wir ein neues Dachflächenfenster benötigen, da das alte schon lange zugemörtelt und nicht mehr zu bewegen ist.

Jetzt gehen die Mauerbienen noch unter!!! die Abdeckplane unseres neuen Strandkorbes und verkleistern alles. Die Löcher der Haken, die Ritzen zwischen den Bodenbalken und überall wo Platz in den Nuten ist.

Am 05. Mai wollten wir seit langem mal wieder im Strandkorb die Abendsonne genießen und klappten die Stellbrettchen für ein kühles Helles herunter und da staunten wir doch sehr.... Nochmehr allerdings über eine Biene, die später wieder kam um die letzte Eizelle noch zu besuchen um noch ein Ei abzulegen."

Kleine Sensation aus dem Reich der Käfer

Nashornkäfer in Gevelsberg!

Nashornkäfer

In der letzten Juliwoche wurde von einer aufmerksamen Bürgerin in ihrem Garten in Gevelsberg ein Nashornkäfer entdeckt. Es handelte sich um ein Männchen mit einem nach hinten gebogenen Horn auf dem Kopfschild. Dieses Horn hat der Art auch den Namen gegeben (siehe Bilder).

Die Nashornkäfer waren ursprünglich Waldbewohner, deren Larven sich in totem Holz entwickelten. Nachdem sie zwischenzeitlich Eichenrindenabfälle von Gerbereien besiedelten, findet man sie neuerdings in Komposthaufen mit verrottenden Pflanzenabfällen bzw. in faulenden Holzspäneablagerungen. Diese ökologische Anpassungsfähigkeit führte sie auch in die Nähe menschlicher Siedlungen.

Die Käfer erscheinen bei uns im Sommer (Juni/Juli) und sind vor allem nach Einbruch der Dunkelheit durch den typischen Schwärmflug aktiv. Charakteristisch ist der tiefe Brummton, der lauter ist als beim Maikäfer.

Die Käfer zählen bei uns zu den gesetzlich geschützten Tierarten.

Wenn man Käfer oder Larven im Garten findet, sollte man sie möglichst wenig stören und vor allem den Larven einen ausreichenden Rest Brutsubstrat belassen.

Der Nashornkäfer ist kein „Schädling“, er verdient unseren besonderen Schutz: Das erwachsene Tier nimmt vermutlich keine Nahrung auf und die Larven schädigen – im Gegensatz zu Maikäferlarven - keine Gartenpflanzen.

Weitere Nachweise im EN-Kreis werden unter der E-Mail-Adresse info{at}nabu-ennepe-ruhr.de gern entgegengenommen.

Nashornkäfer2

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11.02.2017