Die Holtaube

Heutzutage wieder häufiger

Holtaube
Holtaube

Zu Beginn der 80`er Jahre war der Bestand der Hohltaube arg dezimiert. Erst Artenschutzmaßnahmen sorgten für eine Erholung des Bestandes in den vergangenen Jahren. Mittlerweile ein in bestimmten Bereich recht häufiger Brutvogel mit einer regelmäßig guten bis in Teilen sogar sehr guten Brutbilanz, sind die Bestandzahlen aber immer noch hinter denen der Vergangenheit zurück.

Eingriffe des Menschen in den Naturhaushalt haben in der Vergangenheit ebenso zur Bestandsminderung beigetragen wie hoher Jagddruck in den Überwinterungsgebieten oder auf dem Durchzug und Abschuss bei uns durch Verwechslung mit der Ringeltaube. Natürliche Einflussnahmen durch kühles Klima zur Brutzeit und Brutplatzkonkurrenz zur Dohle taten und tun ihr Übriges.

Merkmale

Zum Verwechseln ähnlich

Die Hohltaube ist eine mittelgroße Taube, die im Fluge am ehesten mit der Straßentaube zu verwechseln ist. Im Gegensatz zu dieser trägt die Hohltaube aber kein weiß im Gefieder und die schwarzen Binden auf den Schwingen sind nur undeutlich ausgeprägt.

Ansonsten sind sie eindeutig durch Größe und Färbung von anderen Tauben zu unterscheiden. Gerade im Vergleich zur Ringeltaube, mit der Sie bei der Nahrungssuche häufig vergesellschaftet ist, wirkt sie deutlich kleiner. Ältere Vögel sind heller mit silbrig glänzenden Armdecken. Jungvögel hingegen einheitlicher grau.

Lebensraum

Sehr gerne alte Buchenbestände

Laubwälder, Allen und Parks mit einem alten Baumbestand machen den Lebensraum und das Bruthabitat der Hohltaube aus. Bevorzugt werden vor allem Buchenbestände mit Schwarzspechthöhlen, aber auch Felslandschaften können zu Brutzwecken angenommen werden. Abwechslungsreich sollte die Landschaft zudem sein, mit einem Wechsel kleiner Waldgebiete sowie Acker- und Grünlandflächen zur Nahrungsaufnahme. Gemieden werden hingegen dichtbewaldete Gebiete, wie auch Nistkastenkontrollen in vom NABU betreuten Waldgebieten ergaben.

In NRW erstreckt sich das Hauptverbreitungsgebiet über die gesamte Westfälische Bucht. Zu den Wäldern des Sieger- und Sauerlandes wird der Bestand dann spärlicher. Bruten in menschlichen Siedlungen können stattfinden, wenn auch eher selten. Für die Gefiederpflege spielt auch die Nähe zu Gewässern eine Rolle.

Hohltauben sind Zugvögel, die im Frühjahr in der Regel früh eintreffen und im Herbst später wegziehen.

Nahrung

Typisch Körnerfresser

Die Nahrung wird auf, dem Bruthabitat angrenzenden, Äckern und Grünflächen aufgenommen. Meist handelt es sich um Wildkräuter, Maiskörner oder andere Sämereien. Gern geschieht dies auch in Gesellschaft von Ringeltauben.

Nest

Nicht besonders kreativ

Habitat Holtaube
Habitat Holtaube

Das Nest wird in alten Höhlungen in Buchen, Kopfbäumen etc. angelegt, aber auch in Mauer- und Felsnischen und im dichten Geäst von Bäumen. Die Napfform mit einer Unterlage aus kleinen Zweigen, Ästen, wenig Blättern kann auch Fehlen. Durch Kot, der im Nest verbleibt, kommt es im Laufe der Brutzeit zur Verfestigung des Ganzen. An Buchen ausgebrachte Nisthilfen nimmt die Hohltaube gerne an.

Fortpflanzung und Brutverhalten

Ruhig auch häufiger im Jahr

Hohltauben beginnen zeitig im Frühjahr mit dem Nestbau und der Brut. Im Laufe eines Jahre sind so bis zu drei Bruten möglich. Das Gelege umfaßt in der Regel zwei Eier wobei der Brutbeginn ab dem ersten Ei stattfindet. Beide Geschlechter beteiligen sich an der Bebrütung der Eier. Nach 16-18 Tagen schlüpfen die Jungen, je nach Jahreszeit werden diese dann mit einem Alter von 18-28 Tagen flügge.

Gefährdung

Kaum noch Wohnungen vorhanden

In der Vergangenheit wurden die Bestände der Hohltauben stark durch Pestizideintrag auf Äckern und damit in den unmittelbaren Nahrungskreislauf dezimiert. Durchforstungen in Waldgebieten auch zur Brutzeit haben einerseits zur Zerstörung von potentiellen Brutbäumen beigetragen und andererseits zu Störungen im Brutablauf geführt.

Die frühe wirtschaftliche Nutzung der Bäume verringert zusätzlich das Angebot an Brutplätzen. Straßenbegleitende Alleen wurden in der Vergangenheit beseitigt.

Lösungsansätze

Wenn möglich naturnah

Holtaubenkasten
Holtaubenkasten

Da Hohltauben gerne künstliche Nisthilfen annehmen, kann das Ausbringen von diesen den Bestand aufbauen und unterstützen. Zur weiteren Regeneration sind aber weitere Maßnahmen notwendig, wie etwa:

Die extensivere Nutzung der Landschaft, die Neuanlage von Alleen, eine naturnahe Bewirtschaftung der Wälder.

Literatur

Harrisson, Colin O. J., Castell, Peter: Jungvögel, Eier und Nester der Vögel Europas, Nordafrikas und des Mittleren Ostens. 2. überarbeitete Auflage. Übersetzt und bearbeitet von Heinrich Hoerschelmann. Wiebelsheim: AULA-Verlag GmbH 2004; Jonsson, Lars: Die Vögel Europas und des Mittelmeerraumes. Bearbeitet von Peter H. Barthel. Stuttgart: Franckh-Kosmos 1999.(Kosmos-Naturführer); Müller, Ernst: Vogelleben im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis. Veränderungen heimischer Landschaften und ihre Folgen für die Vogelwelt. Schriftenreihe des Heimat- und Geschichtsvereins Sprockhövel e. V.. Band 4. Sprockhövel: Selbstverlag des Heimat- und Geschichtsvereins e. V..1986; Nordrhein-Westfaelische Ornithologengesellschaft (Hrsg.): Die Vögel Westfalens. Ein Atlas der Brutvögel von 19898 bis 1994. Bearbeitet von Klaus Nottmeyer-Linden, Jochen Bellebaum, Andreas Buchheim, Christopher Husband, Michael Jöbges und Volker Laske. Beiträge zur Avifauna Nordrhein-Westfalens, Band 37. Neunkirchen: Verlag Natur in Buch und Kunst GmbH 2004.

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